Georg-Elser-Mural in Konstanz
Am Sonntag, 18. Oktober 2026, wurde in Konstanz ein Mural zum Thema Georg Elser eingeweiht. Es befindet sich an der Nordwand des denkmalgeschützten Gebäudes mit der Haus-Nr. 62 in der Brauneggerstraße.
VON PETER KOBLANK (2026)
Georg Elser lebte und arbeitete von 1925 bis 1932 in Konstanz und verbrachte damit mehrere Jahre seines Lebens am Bodensee.
Unter einem „Mural“ (englisch ausgesprochen „mjʊərəl“, mit Betonung auf der ersten Silbe; abgeleitet von lateinisch murus = Mauer, muralis = zur Mauer gehörig) versteht man eine großformatige Wandmalerei im öffentlichen Raum.
Crescere Stiftung stiftete Mural von Marvin Daumüller
Das Georg-Elser-Mural des Stuttgarter Künstlers Marvin Daumüller ist ein Projekt der Crescere Stiftung Bodensee, das gemeinsam mit dem Kulturamt der Stadt Konstanz und der Urban Art Gallery realisiert wurde.
Marvin Daumüller, 1997 in Tübingen geboren, studiert seit 2021 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Er hat bereits mehrere Murals geschaffen, unter anderem an der Nesenbachtalbrücke in Stuttgart-Heslach und auf dem Werksgelände der SchwörerHaus KG in Hohenstein-Oberstetten.
Erläuterung der Bildelemente
Wie Marvin Daumüller bei der Einweihung erklärte, wollte er weder die Zeitbombe noch das Attentat selbst auf dem Mural darstellen. Die nachfolgende Erläuterung der Bildelemente basiert auf einem kurzen persönlichen Gespräch mit dem Künstler am Tag der Einweihung sowie auf einer Broschüre der Crescere Stiftung Bodensee.[1]
| A | Der Bodensee als Ausdruck von Elsers „Liebe zum Bodensee“.[1] Dem Figurenkreis hat der Künstler keine bestimmte Bedeutung zugewiesen. |
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| B | Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 nach einer historischen Fotografie. Zum thematischen Zusammenhang siehe G. | |
| C | Ein Hammer als Bezug zu Elsers „Handwerkerstolz“.[1] | |
| D | Florales Motiv als Bezug zu Elsers Herkunft aus einer landwirtschaftlich geprägten Familie. | |
| E | Porträt von Elser. | |
| F | Eine Säge als Bezug zu Elsers „Handwerkerstolz“.[1] | |
| G | Deportation von Juden nach einer historischen Fotografie. Laut der Crescere Stiftung soll das Motiv „auf die Folgen der gescheiterten Tötung des Tyrannen“ verweisen.[1] | |
| H | Die Plakette „GEORG ELSER 1903 – 1945“ ähnelt einem Stolperstein. | |
Das zweite Mural im Rahmen der städtischen Urban-Art-Projekte
Mural von 1010 beim EDEKA in der Riedstraße 2.
Vergrößerte Ansicht
Mit dem Georg-Elser-Mural entstand in Konstanz das zweite großformatige Wandbild im Rahmen der städtisch unterstützten Urban-Art-Projekte. Das erste entstand im April 2025 an der Rückseite des Gebäudes in der Brandenburgerstraße 28b. Der international renommierte Künstler 1010 (ausgesprochen „Ten-Ten“) schuf dort ein dreidimensional wirkendes, leuchtendes Portal, das den Eindruck räumlicher Tiefe erzeugt. Jedes Jahr soll in Konstanz ein weiteres Mural folgen.
| 1 | Crescere Stiftung Bodensee (Hrsg.): Marvin Daumüller. Georg Elser Mural. Konstanz 2026, S. 3. |
Georg Elser: Denkmale und Gedenktafeln
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