Prof. Dr. Lothar Fritze, Lehrbeauftragter der Professur Politische Theorie und Ideengeschichte an der TU Chemnitz,
legte am 8. November 1999 in einem
Artikel in der Frankfurter Rundschau
dar, dass Elsers Tat nicht als Vorbild geeignet sei.
Damit löste er heftige Gegenangriffe aus, die nicht immer auf das eingingen, was Fritze in seinem Artikel
sowie in einer ausführlicheren Veröffentlichung im Jahrbuch Extremismus & Demokratie (Band 12/2000)
tatsächlich geschrieben hatte.
Zehn Jahre danach greift Fritze jetzt seine Kritik am Elser-Attentat in einem Buch mit dem Titel
Legitimer Widerstand? Der Fall Elser
wieder auf.
Fritze vertritt den Standpunkt, dass die Handlungsweise Georg Elsers nicht zur Nachahmung empfohlen werden könne –
und zwar ungeachtet der legitimen Intention, der herausragenden Tatkraft und des außergewöhnlichen
Mutes von Elser.
Sicherlich ist es eine der zentralen Fragen im Zusammenhang mit dem Bürgerbräuattentat, ob Georg Elsers
Tat, bei der immerhin acht unschuldige Menschen um Leben kamen und über sechzig teilweise schwer verletzt
wurden, als ein Vorbild für entsprechende Handlungsweisen in der Gegenwart zu betrachten sei.
Wer sich mit dieser Frage nur oberflächlich auseinandersetzt, gerät in die Gefahr, Rechtfertigungen
für Taten zu liefern, die heutzutage aus verschiedensten politischen oder religiösen Überzeugungen
begangen werden und die nach hierzulande und derzeit herrschender Meinung als verbrecherisch eingestuft
werden.